Kommentar | Pressemitteilung

Digitale Souveränität beginnt bei der IT-Beschaffung

Die Open Source Community bietet viele Lösungsansätze und Angebote um schon bei der IT-Beschaffung auf digitale Souveränität zu setzen.

By Tobias Gerlinger

it procurement public administration

In ihrem kürzlich veröffentlichten Statement „Nachhaltiger Open-Source-Einsatz für die digital souveräne Verwaltung“ fordert die OSB (Open Source Business) Alliance ein Umdenken bei IT-Beschaffungsprozessen in öffentlichen Institutionen: weg von produktfokussierten und hin zu anforderungs- und funktionsorientierten Ausschreibungen. Nur diese ermöglichen laut OSB Alliance einen umfassenden Blick auf die vielfältigen Lösungsansätze und Angebotsmöglichkeiten von Open Source. Nach Ansicht von ownCloud, Spezialist für Digital Collaboration, liegt die OSB Alliance mit diesem Ansatz goldrichtig – genauso wie die Europäische Union mit ihrer Open-Source-Strategie, die sie am 21. Oktober vorgestellt hat und mit der sie die Weichen für die digitale Zukunft Europas stellen will. Beide zielen auf die Schaffung einer souveränen europäischen Dateninfrastruktur ab, die von den großen amerikanischen und chinesischen Cloud-Anbietern unabhängig ist und damit die Basis für die digitale Souveränität Europas legt. Doch gerade öffentliche Verwaltungen untergraben dieses Ziel oft, indem sie den Weg der Sofortbeschaffung wählen. Statt Open-Source-Lösungen europäischer Anbieter wandern dadurch oftmals die proprietären Angebote US-amerikanischer Unternehmen in den Warenkorb. Damit werden kurzfristig Fakten geschaffen, die sich mittelfristig nur schwer rückgängig machen lassen.

Tobias Gerlinger, CEO ownCloud

Tobias Gerlinger, CEO ownCloud

IT-Beschaffungen damit zu begründen, dass zwischen europäischen und US-Anbietern eine deutliche funktionale Lücke klaffe, ist nicht nachvollziehbar. Auch europäische Unternehmen, vor allem aus dem Open-Source-Umfeld, bieten qualitativ hochwertige und ausgereifte Lösungen, die sich hinter denen der US-amerikanischen Anbieter nicht verstecken müssen. Sie sind nur nicht so bekannt wie die Produkte der aggressiven US-Player mit ihren riesigen Marketingbudgets. Die größte Stärke von Open Source ist der frei verfügbare Quellcode. Das ermöglicht es allen, sich selbst davon zu überzeugen, ob die Software Hintertüren enthält, über die unbefugte Dritte Daten abgreifen können. Die Abhängigkeiten proprietärer Systeme, bei denen der Anbieter die Regeln der Zusammenarbeit diktiert, kennt quelloffene Software ebenfalls nicht. Zudem ist sie leichter individuell anpassbar als Closed-Source-Produkte und unterstützt konsequent offene Standards. Das macht sie interoperabler und einfacher zu integrieren. Die europäische Open-Source-Community bietet die Chance, uns nachhaltig von der Dominanz der US-Tech-Konzerne zu emanzipieren. Jetzt ist die Zeit, sie endlich zu ergreifen.

Tobias Gerlinger

November 11, 2020

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