{"id":41790,"date":"2020-05-07T17:34:28","date_gmt":"2020-05-07T17:34:28","guid":{"rendered":"https:\/\/owncloud.com\/?p=41790"},"modified":"2023-01-16T15:08:12","modified_gmt":"2023-01-16T15:08:12","slug":"cloud-act-reale-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/owncloud.com\/de\/blogs\/cloud-act-reale-gefahr\/","title":{"rendered":"Der Cloud Act ist eine ganz reale Gefahr"},"content":{"rendered":"<p><strong>US-Anbieter lassen verlauten, der US Cloud Act sei nur eine \u201ehypothetische M\u00f6glichkeit\u201c. Wer\u2019s glaubt, wird selig.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Kommentar von Christian Schmitz, Chief Strategy &amp; Innovation Officer bei ownCloud<\/em><br style=\"clear: both;\" \/>Der US Cloud Act ist eine immense Bedrohung f\u00fcr unseren gesamteurop\u00e4ischen Wirtschaftsraum. Auf seiner Grundlage k\u00f6nnen US-amerikanische Beh\u00f6rden von Cloud-Providern aus den USA die Herausgabe s\u00e4mtlicher Daten einer Person oder eines Unternehmens verlangen. Das gilt selbst dann, wenn sie sich auf Servern befinden, die in Deutschland oder der EU stehen \u2013 DSGVO-Hoheitsgebiet hin oder her. H\u00e4ufig wird hier der Begriff \u201eregionale Datenhaltung\u201c verwendet, um deutsches Datenschutzrecht zu suggerieren \u2013 freilich ohne dabei das Durchgriffsrecht der US-Regierung zu benennen.<\/p>\n<p>Und da bei den meisten Unternehmen und Beh\u00f6rden in Europa heute oft nichts mehr ohne US-amerikanische Cloud-Dienste geht, ist unsere Wirtschaft und Verwaltung diesem Gesetz de facto ausgeliefert. Solange das so ist, k\u00f6nnen wir uns Datenschutz und Datensouver\u00e4nit\u00e4t abschminken. Der US Cloud Act steht n\u00e4mlich nicht nur europ\u00e4ischen Datenschutzgesetzen wie der DSGVO diametral entgegen; er \u00f6ffnet auch Wirtschafts- und sonstiger Spionage T\u00fcr und Tor.<\/p>\n<p>Diese Erkenntnis setzt sich derzeit im \u00f6ffentlichen Bewusstsein immer st\u00e4rker durch. Die US-amerikanischen Internetgiganten sehen deshalb anscheinend ihre Felle davonschwimmen und versuchen zu beschwichtigen. So lie\u00df etwa ein Vertreter von Amazon Web Services j\u00fcngst verlauten, der US Cloud Act sei doch nur eine \u201esehr hypothetische M\u00f6glichkeit\u201c. Nur merkw\u00fcrdig, dass Microsoft gegen den Cloud Act Einspruch erhoben hat \u2013 und damit scheiterte. So hypothetisch scheint er also doch nicht zu sein.<\/p>\n<p>Deshalb: Wer\u2019s glaubt, wird selig. Es gibt keinen berechtigten Zweifel daran, dass die USA die M\u00f6glichkeiten dieses Gesetzes zu ihrem Vorteil nutzen, wo es nur geht. Die Snowden-Enth\u00fcllungen haben schlie\u00dflich schon vor Jahren gezeigt, dass sie systematisch Daten aus jeglichen IT-Systemen abgreifen. Mit Pr\u00e4sident Donald Trump an der Spitze, seinem ,America First\u2019-Wahn und den von ihm angezettelten Handelskriegen d\u00fcrften nun auch noch die allerletzten Hemmungen gefallen sein.<\/p>\n<p>Beispiele daf\u00fcr, wie die USA unter Trump ihre Marktmacht \u00fcber die IT- und Dateninfrastrukturen zu ihrem Vorteil ausnutzen, gibt es schlie\u00dflich genug: siehe etwa den Android-Boykott gegen Huawei. Zudem setzen die USA von der breiten \u00d6ffentlichkeit unbemerkt ihre Macht \u00fcber DNS-Server in ihrer Auseinandersetzung mit dem Iran dazu ein, um dort die Verf\u00fcgbarkeit von Services einzuschr\u00e4nken. Zu glauben, sie w\u00fcrden den Cloud Act nicht dazu verwenden, um sich etwa in einem Handelsstreit mit der deutschen Automobilindustrie Erpressungspotenzial zu verschaffen, w\u00e4re einfach nur naiv. Genauso naiv, wie es vor Jahren war anzunehmen, die USA w\u00fcrden unsere Kanzlerin nicht abh\u00f6ren, weil man so etwas unter Freunden schlie\u00dflich nicht macht.<\/p>\n<p>Deshalb: nein, der Cloud Act ist keine rein hypothetische M\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p>Er ist eine ganz reale Gefahr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>US-Anbieter lassen verlauten, der US Cloud Act sei nur eine \u201ehypothetische M\u00f6glichkeit\u201c. Wer\u2019s glaubt, wird selig. 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