{"id":41961,"date":"2020-06-23T15:20:22","date_gmt":"2020-06-23T13:20:22","guid":{"rendered":"https:\/\/owncloud.com\/?p=41961"},"modified":"2023-01-16T15:08:11","modified_gmt":"2023-01-16T15:08:11","slug":"digitalisierungsschwung-deutschland-eu-ratspraesidentschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/owncloud.com\/de\/blogs\/digitalisierungsschwung-deutschland-eu-ratspraesidentschaft\/","title":{"rendered":"So kann Deutschland den Digitalisierungsschwung in die richtigen Bahnen lenken"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Coronakrise hat f\u00fcr einen regelrechten Digitalisierungsschub gesorgt. Diesen Schwung muss Deutschland mitnehmen, wenn es im Juli die EU-Ratspr\u00e4sidentschaft \u00fcbernimmt \u2013 und in die richtigen Bahnen lenken.<\/strong><\/p>\n<p>Und pl\u00f6tzlich geht\u2019s doch. Die Angestellten sind mit Notebooks ausgestattet, sie halten ihre Meetings mit Videoconferencing-Tools ab und organisieren ihre Zusammenarbeit \u00fcber Digital-Collaboration-Plattformen. Taten sich deutsche Unternehmen und Beh\u00f6rden mit der Digitalisierung jahrelang schwer und wehrten sich mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen dagegen, ihre Besch\u00e4ftigten ins Home Office zu entlassen oder ganz generell Remote Work zu erlauben, hat sich das binnen weniger Wochen grundlegend ge\u00e4ndert. Halb Deutschland arbeitet wegen des Coronavirus nun an digitalisierten Arbeitspl\u00e4tzen von zu Hause aus, und auch wenn es hier und da zun\u00e4chst einmal gehakt haben mag: es l\u00e4uft. Die Coronakrise hat Deutschland in Sachen Digitalisierung um mehrere Jahre nach vorne katapultiert.<\/p>\n<p>Diesen Schwung muss Deutschland unbedingt mitnehmen, wenn es im Juli die Ratspr\u00e4sidentschaft der Europ\u00e4ischen Union \u00fcbernimmt \u2013 und in die richtigen Bahnen lenken. Soll die Digitalisierung nachhaltig bleiben, gilt es daf\u00fcr vor allem ein zentrales Thema anzugehen: die digitale Abh\u00e4ngigkeit Deutschlands und ganz Europas von den USA. Diese Abh\u00e4ngigkeit wurde w\u00e4hrend der Coronakrise sichtbarer denn je. Als es darauf ankam, binnen kurzer Zeit massenhaftes Arbeiten im Home Office zu erm\u00f6glichen, setzten viele IT-Abteilungen einfach kurzerhand auf die bekannten und g\u00e4ngigen Public-Cloud-Dienste der US-amerikanischen Internetgiganten. In vielen F\u00e4llen schlichtweg deshalb, weil es scheinbar keine Alternativen gab.<\/p>\n<p>Diese Abh\u00e4ngigkeit sorgt in mehrerlei Hinsicht f\u00fcr Probleme. Eines davon hei\u00dft US Cloud Act. Amerikanische Beh\u00f6rden haben durch dieses Gesetz die M\u00f6glichkeit, von Cloud-Providern aus ihrem Land die Herausgabe s\u00e4mtlicher Daten einer Person oder eines Unternehmens zu verlangen. Und das selbst dann, wenn sie sich auf Servern befinden, die gar nicht in den USA stehen. Das l\u00e4uft nicht nur dem gro\u00dfen Datenschutzregelwerk der Europ\u00e4ischen Union, der DSGVO, diametral entgegen. Es beraubt unsere Unternehmen und Beh\u00f6rden auch der Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber ihre eigenen, oft hochsensiblen Daten. Nachhaltige Digitalisierung sieht anders aus.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus schr\u00e4nkt die digitale Abh\u00e4ngigkeit von den USA die strategische Handlungsf\u00e4higkeit Europas und seiner Unternehmen ebenso ein wie deren M\u00f6glichkeiten zur Wertsch\u00f6pfung. Die USA zeigen sich sehr aktiv und geschickt in der Kontrolle von Drittstaaten \u00fcber digitale Fangnetze und technologische Monopolstellungen. Sie er\u00f6ffnen ihnen Druckmittel und Handlungsoption, die sich f\u00fcr Europa nachteilig auswirken und seine eigenen Spielr\u00e4ume deutlich einschr\u00e4nken. Ein anschauliches Beispiel daf\u00fcr, wie die USA ihre Marktmacht \u00fcber die IT- und Dateninfrastrukturen zu ihrem eigenen Vorteil nutzen, lieferte etwa der Android-Boykott gegen Huawei. Einem solchen Erpressungspotenzial sollte sich Europa nicht l\u00e4nger aussetzen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen den Aufbau europ\u00e4ischer Cloud-Infrastrukturen weiter vorantreiben. Die ideale Basis daf\u00fcr liefert die Open-Source-Community. Sie kann bereits zahlreiche Erfolgsprojekte vorweisen, auf denen sich aufbauen l\u00e4sst. Doch nicht nur das. Open-Source-Software verf\u00fcgt auch \u00fcber eine ganz ureigene St\u00e4rke, die Unabh\u00e4ngigkeit und Datensouver\u00e4nit\u00e4t praktisch von Haus aus gew\u00e4hrleistet: Da ihr Quellcode frei verf\u00fcgbar ist, kann sich jeder selbst davon \u00fcberzeugen, ob eine Software Hintert\u00fcren enth\u00e4lt, \u00fcber die Daten an unbefugte Dritte abflie\u00dfen k\u00f6nnen; und die Abh\u00e4ngigkeiten propriet\u00e4rer Systeme kennt Open-Source-Software ebenfalls nicht.<\/p>\n<p>Das kann aber nur funktionieren, wenn der Staat selbst mit gutem Beispiel vorangeht. Seine Beh\u00f6rden und Organisationen sollten k\u00fcnftig selbst Abstand von US-amerikanischen Cloud-Diensten nehmen und auf Open-Source-L\u00f6sungen setzen, die datenschutzkonform und transparent in Europa gehostet werden. Und damit noch ein weiteres wichtiges Signal setzen: Die Steuermittel, die in die Digitalisierung flie\u00dfen, sollten ausschlie\u00dflich in europ\u00e4ische Technologien investiert werden. \u201eCloud made in Europe\u201c hat einen klaren Standortvorteil und kann mit Unterst\u00fctzung der Politik zum echten Exportschlager werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Coronakrise hat f\u00fcr einen regelrechten Digitalisierungsschub gesorgt. 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